DMR

DMR (digital mobile radio), digitaler Mobilfunk, bezeichnet einen Übertragungsstandard für Sprach- und Datenfunknetze wie zum Beispiel Betriebsfunk oder Amateurfunk. DMR wurde 2006 vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) als Standard verabschiedet (ETSI EN 300 113 Teil 2). DMR ist nicht zu verwechseln mit DRM (digital radio mondiale), einem Broadcasting-System.

Es gibt 3 DMR Varianten:

  • DMR Tier I: digitales PMR-446. Lizenzfrei. Nicht kompatibel mit DMR Tier II.
  • DMR Tier II: für Betriebsanwendungen und Amateurfunk. Simplex- und Relaisbetrieb. Vernetzung. 66 – 960 MHz.
  • DMR Tier III: ähnlich wie Tier II jedoch mit Trunking (Bündelfunk). 66 – 960 MHz.

DMR bietet mehrere Vorteile:

  1. DMR besitzt durch TDMA (time division multiple access), ab Tier II, 2 Zeitschlitze. So ist es mögich dass im Repeater-Betrieb, auf der gleichen Frequenz, zwei unabhängige Gespräche gleichzeitig stattfinden können. Der Repeater synchronsisiert dabei die Aussendungen der Teilnehmer. Dadurch ergibt sich im üblichen 12,5kHz Raster die doppelte Kanalkapazität.
  2. Einige DMR-Repeater sind durch den “Mixed-Mode” abwärtskompatibel zu FM und seiner Kanalbreite von 12,5 kHz. Dadurch entsteht keine Störung der Nachbarkanäle und keine Verschwendung von Bandbreite.
  3. DMR benutzt eine weiter entwickelte und modernere Sprachkodierung (AMBE 2+) mit verbesserter Fehlerkorrektur. Es wird eine sehr gute Sprachqualität erzielt. Digitale Artefakte sind bei dieser Art der Implementierung des Codecs seltener zu hören.
  4. Jeder DMR-Teilnehmer erhält eine eindeutige ID, die bei Funkbetrieb übertragen wird. Dadurch kann der QSO-Partner während des Gespräches sehen mit wem er spricht.
  5. Mit DMR-Geräten können Text-Mitteilungen von bis zu 256 Zeichen ähnlich SMS versendet werden, entweder an einzelne Nutzer (mit Empfangsbestätigung) oder an ganze Benutzergruppen.
  6. Bei entsprechenden Endgeräten unterstützt DMR von Haus aus Voll-Duplex-Betrieb durch TDMA.
  7. DMR-Repeater können intelligent vernetzt werden. Hierbei wird auf ein teilweise dezentrales Netzwerk gesetzt, welches auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene unabhängig arbeitet und nicht von einem zentralen Server abhängig ist.
  8. DMR-Geräte arbeiten energieeffizient. Bei Sendebetrieb produziert das Endgerät gepulste HF mit 50% Tastgrad. Dadurch ergibt sich im Vergleich zu FM eine fast halbierte Stromaufnahme. Das folgende Diagramm zeigt eine Messung der Stromaufnahme an einem mobilen DMR-Gerät (in mA):

DMR_energy-efficiency

Netzstruktur:

Im Gegensatz zu anderen Digitalfunkstandards im Amateurfunk, gleicht die Struktur des HAM-DMR-Netzes einer Baum-Topologie. Somit bildet sich ein z.T. dezentrales Netzwerk.

DMR-Geräte:

Es gibt ziemlich viele Hersteller von DMR Tier II-Geräten, da es sich dabei um ein ETSI-Standard handelt. Einige Beispiele:

  • ConnectSystems
  • Hytera
  • Kenwood
  • Motorola
  • Vertex Standard